Die islamistische Steinigung: ein modernes Phänomen

Seite zwei

Warum steinigen moderne Muslime dann, wenn das keine Tradition hatte? Aufgrund einiger Hadithe und eines Pseudo-Koranverses. Ein echter Koranvers erwähnt eine ganz andere Bestrafung bei Unzucht:

  • Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben. Lasst euch nicht von Mitleid mit ihnen beiden angesichts [der Rechtsbestimmungen] der Religion Gottes ergreifen, wenn ihr an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Und es soll bei (der Vollstreckung) der Strafe an ihnen ein Teil von den Gläubigen zugegen sein.3

Aber einige Hadithe empfehlen oder befehlen tatsächlich Steinigung:

  • 1. Von as-Sha‘bī: ‘Alī [der vierte Kalif] hat gesagt, als er an einem Freitag eine Frau steinigte: ‘Ich habe sie gesteinigt nach der Sunna des Propheten.’ 4
  • 2. Von Zaid ibn Khālid al-Djuhanī: Ich habe gehört, wie der Prophet jemanden, der unverheiratet war und Unzucht getrieben hatte, zu Hundert Peitschenhieben und zu einem Jahr Exil verurteilte.5
  • 3. Von ‘Ubāda ibn as-Sāmit: Der Prophet hat gesagt: „Nimm es von mir an, nimm es von mir an. Gott hat diesen Frauen einen Ausweg geschaffen (Koran 4:15). Ein unverheirater Mann mit einer unverheirateten Frau, das gibt hundert Peitschenhiebe und ein Jahr Exil. Ein verheirater Mann mit einer verheirateten Frau, das gibt hundert Peitschenhiebe und Steinigung.“ 6
  • 4. Von ‘Abdallāh ibn ‘Abbās: ‘Umar ibn al-Khattāb [der erste Kalif] hat gesagt, während er auf der Kanzel des Propheten saß: „Gott hat Mohammed mit der Wahrheit gesandt und ihm das Buch offenbart. Zur Offenbarung gehörte auch der Vers über die Steinigung. Wir haben ihn rezitiert, auswendig gelernt und verstanden. Der Prophet hat gesteinigt und wir haben nach ihm gesteinigt. Jetzt fürchte ich, dass nach einiger Zeit jemand sagen wird: ‚Wir finden die Steinigung nicht in Gottes Buch,’ und somit zu Unrecht eine von Gott offenbarte Pflicht versäumen wird. Steinigung ist in Gottes Buch zur Pflicht gemacht für diejenigen, die Unzucht getrieben haben, nachdem sie bereits legalen Geschlechtsverkehr hatten, sowohl Männer wie auch Frauen, wenn der Beweis erbracht ist oder im Falle einer Schwangerschaft oder bei Bekenntnis.“ 7

In der Tat finden wir die Steinigung nicht im Koran. Ihre Befürworter behaupteten aber, dass es durchaus einen Vers dazu gegeben habe:

  • Sehnt euch nicht weg von euren Vätern, denn das ist bei euch Gottlosigkeit. [Sogar] wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall, als Strafe Gottes; Gott ist mächtig und weise. 8

Aber dieser Vers gilt als „abgeschafft“. In diesem Fall ist der Wortlaut abgeschafft, so dass der Vers nicht im Koran steht, aber die darin niedergelegte Rechtsregel ist gültig, denn die Steinigung kommt durchaus im Hadith vor. (Die *Abschaffung (naskh) ist ein schwieriges Thema, das einen separaten Beitrag erforderlich macht.)

  • 5. Von Abū Ishāq as-Shaibānī: Ich fragte ‘Abdallāh ibn Abī Aufā:
    „Hat der Prophet gesteinigt?“
    „Ja.“
    „Bevor die Sura al-Nūr offenbart wurde oder danach?“
    „Das weiß ich nicht.“ 9

Die Frage suggeriert, dass der oben zitierte Vers aus dieser Sura (24:2), der bei Unzucht Auspeitschung empfiehlt, den Steinigungsvers abgeschafft (naskh) habe.

  • 6. Von ‘Abdallāh ibn ‘Umar: Die Juden kamen zum Propheten und erzählten, dass ein Mann und eine Frau von ihnen Unzucht getrieben hatten. Der Prophet fragte ihn: „Was findet ihr in der Thora zur Steinigung?“ Sie antworteten: „Wir stellen sie zur Schau und peitschen sie aus.“ Darauf rief [der Muslim gewordene Jude] ‘Abdallāh ibn Salām: „Ihr lügt! Die Steinigung steht in der Thora.“ Die Juden brachten die Thora und schlugen sie auf, wobei einer von ihnen den Vers zur Steinigung mit seiner Hand bedeckte und den vorhergehenden und den folgenden Vers vorlas. ‘Abdallāh ibn Salām sagte: „Nimm deine Hand mal weg!“ Das tat er und tatsächlich, da stand der Steinigungsvers. Die Juden sagten: „Er hat recht, Mohammed, der Steinigungsvers steht in der Thora!“
    Darauf befahl der Prophet die beiden Unzüchtigen zu steinigen und ich habe selbst gesehen, wie der Mann sich über die Frau beugte um sie vor den Steinen zu schützen.9
  • 7. Von Abū Huraira: Ein Mann kam zum Propheten in der Moschee und rief ihm zu: „Prophet, ich habe Unzucht getrieben.“ Als der Prophet das überhörte, sagte der Mann es nochmal und als er vier Mal gegen sich selbst Zeugnis abgelegt hatte, rief der Prophet ihn und fragte: „Bist du verrückt?“
    „Nein,“ antwortete der Mann.
    „Hattest Du früher schon erlaubten Geschlechtsverkehr?“
    „Ja.“
    Darauf rief der Prophet einige Männer und befahl: „Bringt ihn weg und steinigt ihn!“
    Djābir ibn ‘Abdallāh erzählte: „Ich war einer derjenigen, die ihn steinigten. Wir fingen damit auf dem Gebetsplatz an, aber als die Steine ihn trafen, ergriff er die Flucht. Auf den Lavasteingründen fingen wir ihn wieder ein und dort haben wir ihn dann gesteinigt.“10

Diese Hadithe sind für Muslime maßgeblich und es ist unverkennbar: bei Unzucht soll gesteinigt werden, wenn auch unverheiratete Leute gnädiger davon kommen.

Warum wurde die Steinigung dann früher nicht oder kaum praktiziert?  Eine Lösung fanden die Rechtsgelehrten in zwei Versen, die durchaus im Koran stehen:

  • Und diejenigen von euren Frauen, die das Abscheuliche (fāhisha) begehen, – bringt vier Zeugen von euch gegen sie. Wenn sie (es) bezeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen einen (Aus)weg schafft. (15) Und die beiden von euch, die es begehen, – züchtigt sie. Wenn sie dann bereuen und sich bessern, so lasst von ihnen ab. Gewiss, Gott nimmt Reue an und ist barmherzig.11

Von Todesstrafe ist hier gar nicht die Rede. Überdies sollen vier Zeugen das unzüchtige Paar in flagranti ertappen — also in etwa neben dem Sündenbett stehen. In der Praxis kann der Beweis also nahezu nie erbracht werden12 und eventuelle falsche Zeugen werden sich das zweimal überlegen: Sie laufen Gefahr selbst bestraft zu werden, denn in einem anderen Koranvers heißt es:

  • Diejenigen, die den ehrbaren Ehefrauen (Untreue) vorwerfen und hierauf nicht vier Zeugen beibringen, die geißelt mit achtzig Hieben und nehmt von ihnen niemals mehr eine Zeugenaussage an – das sind die (wahren) Frevler -,13

Dem obigen Hadith Nr. 4 zufolge könnte auch die Schwangerschaft einer Frau ein Beweis der Unzucht sein und bei einem Geständnis würden sich die vier Zeugen erübrigen, so dass die Bestrafung unumgänglich wäre.
Aber wenn jemand Unzucht gesteht, gilt das als so merkwürdig, dass der Richter gehalten ist die geistige Gesundheit der betreffenden Person zu prüfen. Das geht vielleicht auf Hadith Nr. 7 zurück, in dem der Prophet selbst auf rudimentäre und derbe Weise solch eine Untersuchung durchführt, nachdem er erst ausdrücklich versucht hat, das Geständnis zu ignorieren. Der Hadith scheint sagen zu wollen: wer Unzucht gesteht hat einen Vogel—eine Überzeugung, die in der modernen Welt von vielen geteilt wird. Wer unbedingt gestehen will, ruft Unheil auf sich herab. Die Einzelheiten voller human interest am Ende des Textes zeigen noch mal, wie dumm das ist.
Eine Schwangerschaft muss kein Beweis von Unzucht sein: Die Rechtsgelehrten schafften Rat. Die Frau könnte ja das Kind ohne Unzucht unbemerkt im Schlaf empfangen haben. Oder vielleicht war es ein „schlafendes Kind“. Ein Kind kann ja sehr lange, manchmal Jahre lang, im Mutterleib verborgen sein, bis es „geweckt“ wird und zur Welt kommt. Wussten die Rechtsgelehrten früher denn nicht, dass eine Schwangerschaft nur neun Monate dauert? Doch, natürlich, aber sie ließen Raum für die andere Möglichkeit um Ehen zu retten und Hinrichtungen vorzubeugen, und nicht zuletzt im Hinblick auf das Kindeswohl. Sie versuchten die Gesellschaft erträglich zu halten, indem sie alles unternahmen um die Strafe nicht anwenden zu müssen. Wenn man Gott wirklich sein Recht geben wollte, müsste man ja die halbe Bevölkerung hinrichten—und das wäre natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Klar, man konnte Gottes Befehle nicht ignorieren oder für ungültig erklären, aber man konnte ihm schon seine eigene Schrift um die Ohren schlagen und ihn auf andere Weise überlisten.
Keine Todesstrafe also, keine Steinigung. In der Tat liest man in alten Büchern zum Beispiel, dass eine Frau gegebenenfalls aus dem Viertel oder aus der Stadt verjagt wurde und selbst ein Auskommen suchen musste: als Näherin, als Prostituierte oder als Tanzmädchen. Wenn sie Glück hatte, fand sie noch jemanden, der sie heiraten wollte. Manche Sünderin wird nicht mal verjagt worden sein. Vielleicht gehörte die Wohnung ihr, vielleicht arrangierte sie sich mit ihrem Mann oder sie drohte zum Beispiel auszuposaunen, wie wenig er fertigbringe oder was für ein kleines Pimmelchen er habe. Welcher Mann will so viel Gewese?

Warum hat man mit dieser menschenfreundlichen Rechtspraxis im „Islamischen Staat“ und in anderen islamistischen Umgebungen so radikal gebrochen? Siehe dazu Seite drei.

ANMERKUNGEN:
3. Koran 24:2, Übers. Bubenheim und Elyas: الزَّانِيَةُ وَالزَّانِي فَاجْلِدُوا كُلَّ وَاحِدٍ مِنْهُمَا مِائَةَ جَلْدَةٍ وَلَا تَأْخُذْكُمْ بِهِمَا رَأْفَةٌ فِي دِينِ اللَّهِ إِنْ كُنْتُمْ تُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَلْيَشْهَدْ عَذَابَهُمَا طَائِفَةٌ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ
4. Bukhārī, Hudūd 21: حدثنا آدم حدثنا شعبة حدثنا سلمة بن كهيل قال سمعت الشعبي يحدث عن علي ر حين رجم المرأة يوم الجمعة وقال قد رجمتها بسنة رسول الله ص
5. Bukhārī, Hudūd 32; ± Muslim 29, 25:@@@
6. Muslim, Hudūd 12: وحدثنا يحيى بن يحيى التميمي أخبرنا هشيم عن منصور عن الحسن عن حطان بن عبد الله الرقاشي عن عبادة بن الصامت قال: قال رسول الله ص خذوا عني خذوا عني قد جعل الله لهن سبيلا البكر بالبكر جلد مائة ونفي سنة والثيب بالثيب جلد مائة والرجم.
7. Muslim, Hudūd 15; ± Bukhārī, Hudūd 31: حدثني أبو الطاهر وحرملة بن يحيى قالا حدثنا ابن وهب أخبرني يونس عن ابن شهاب قال أخبرني عبيد الله بن عبد الله بن عتبة أنه سمع عبد الله بن عباس يقول قال عمر بن الخطاب وهو جالس على منبر رسول الله ص إن الله قد بعث محمدا ص بالحق وأنزل عليه الكتاب فكان مما أنزل عليه آية الرجم قرأناها ووعيناها وعقلناها فرجم رسول الله ص ورجمنا بعده فأخشى إن طال بالناس زمان أن يقول قائل ما نجد الرجم في كتاب الله فيضلوا بترك فريضة أنزلها الله وإن الرجم في كتاب الله حق على من زنى إذا أحصن من الرجال والنساء إذا قامت البينة أو كان الحبل أو الاعتراف.
8. لا ترغبوا عن آبائكم فانه كفر بكم. والشيخ والشيخة إذا زينا فارجموهما البتة نكالا من الله والله عزيز حكيم . Ibn Isḥāq, Sīra 1015; at-Tabarī, Tarīkh i, 1821; Mālik ibn Anas, Muwatta, Hudūd 10; Ibn Sa‘d, Tabaqāt, Hrsg. Sachau iii, i S. 242 e.a.
9. Bukhārī, Hudūd 37; ± Muslim, Hudūd 26: حدثنا إسماعيل بن عبد الله حدثني مالك عن نافع عن عبد الله بن عمر ر أنه قال إن اليهود جاءوا إلى رسول الله ص فذكروا له أن رجلا منهم وامرأة زنيا فقال لهم رسول الله ص ما تجدون في التوراة في شأن الرجم فقالوا نفضحهم ويجلدون قال عبد الله بن سلام كذبتم إن فيها الرجم فأتوا بالتوراة فنشروها فوضع أحدهم يده على آية الرجم فقرأ ما قبلها وما بعدها فقال له عبد الله بن سلام ارفع يدك فرفع يده فإذا فيها آية الرجم قالوا صدق يا محمد فيها آية الرجم فأمر بهما رسول الله ص فرجما فرأيت الرجل يحني على المرأة يقيها الحجارة
10. Bukhārī, Hudūd 22; Muslim, Hudūd 16: حدثنا يحيى بن بكير حدثنا الليث عن عقيل عن ابن شهاب عن أبي سلمة وسعيد بن المسيب عن أبي هريرة قال أتى رجل رسول الله ص وهو في المسجد فناداه فقال: يا رسول الله إني زنيت. فأعرض عنه حتى ردد عليه أربع مرات فلما شهد على نفسه أربع شهادات دعاه النبي ص فقال أبك جنون؟ قال: لا. قال: فهل أحصنت؟ قال: نعم فقال النبي ص: اذهبوا به فارجموه. قال ابن شهاب فأخبرني من سمع جابر بن عبد الله قال: فكنت فيمن رجمه فرجمناه بالمصلى فلما أذلقته الحجارة هرب فأدركناه بالحرة فرجمناه
11. Koran 4:15–16, Übers. Bubenheim und Elyas: وَاللَّاتِي يَأْتِينَ الْفَاحِشَةَ مِنْ نِسَائِكُمْ فَاسْتَشْهِدُوا عَلَيْهِنَّ أَرْبَعَةً مِنْكُمْ فَإِنْ شَهِدُوا فَأَمْسِكُوهُنَّ فِي الْبُيُوتِ حَتَّى يَتَوَفَّاهُنَّ الْمَوْتُ أَوْ يَجْعَلَ اللَّهُ لَهُنَّ سَبِيلًا * وَاللَّذَانِ يَأْتِيَانِهَا مِنْكُمْ فَآذُوهُمَا فَإِنْ تَابَا وَأَصْلَحَا فَأَعْرِضُوا عَنْهُمَا إِنَّ اللَّهَ كَانَ تَوَّابًا رَحِيمًا
12. Obwohl es eine lustige Anekdote gibt über eine Feiergesellschaft, die durch das offene Fenster eines Nachbarhauses tatsächlich vierfach Zeuge von Unzucht wurde! Aber solche Geschichten wurden zur Unterhaltung erzählt; nicht aus Empörung über Unkeuschheit. Wenn ich die Stelle, ich meine irgendwo bei aṭ-Ṭabarī, zurückfinde, werde ich sie hier erwähnen.
13. Koran 24:4, Übers. Bubenheim und Elyas: وَالَّذِينَ يَرْمُونَ الْمُحْصَنَاتِ ثُمَّ لَمْ يَأْتُوا بِأَرْبَعَةِ شُهَدَاءَ فَاجْلِدُوهُمْ ثَمَانِينَ جَلْدَةً وَلَا تَقْبَلُوا لَهُمْ شَهَادَةً أَبَدًا وَأُولَئِكَ هُمُ الْفَاسِقُون

Diakritische Zeichen: as-Šaʿbī, Zaid ibn Ḫālid al-Ǧuhanī, as-Ṣāmit, al-Khaṭṭāb, nasḫ, Abū Isḥāq aš-Šaibānī, Ǧābir ibn ʿAbdallāh, fāḥiša, Buḫārī, Ḥudūd, Ibn Isḥāq, aṭ-Ṭabarī, Tarīḫ, Muwaṭṭaʾ, Ṭabaqāt

2 Kommentare zu “Die islamistische Steinigung: ein modernes Phänomen

  1. Zur Aufhebung des vorgeblichen Koranverses, wonach „der alte Mann und die alte Frau ganz bestimmt gesteinigt werden“ sollen, ist zu bemerken, daß dessen Wortlaut von einer Variante des Ḥadīṯes zur anderen leicht unterschiedlich ist, was als Hinweis darauf gesehen werden kann, daß es sich hier wohl kaum um einen Koranvers handeln dürfte. Weiterhin soll laut Aussage ʿĀʾišas, der Ehefrau des Propheten – Allah segne ihn und gebe ihm Heil –, ein kleines Tier (Schaf oder Ziege) gekommen sein und das Blatt, auf dem dieser Vers stand, aufgefressen haben, als ʿĀʾiša und die anderen mit dem todkranken Propheten beschäftigt waren [Aḥmad, Nr. 26359].
    Hier muß man sich die Frage stellen:
    Wer hat entschieden, daß durch dieses Auffressen der Vers als schriftlicher und mündlich vorgetragener Teils des Korans, aber nicht als Regel und Vorschrift aufgehoben ist? Da der Prophet – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – damals bereits totkrank war, dürfte er selbst es wohl kaum gewesen sein. Bekanntlich ließ sein Nachfolger Abū Bakr während seiner Amtszeit alle bisher noch nicht kodifizierten Teile des Korans schriftlich festhalten, damit sie nicht verloren gehen sollten. Demnach hätte er diesen angeblich aufgefressenen Koranvers wieder neu niederschreiben lassen müssen, da dessen Wortlaut ja bekannt war. Die Behauptung, dieser Vers sei dadurch aufgehoben worden, daß ein Tier ihn aufgefressen habe, mutet völlig absurd an. Das wäre so, als würde man sagen, der Koran sei aufgehoben, wenn eine Ziege ein ganzes Koranexemplar auffräße.
    Man muß sich fragen, was in den Köpfen der Gelehrten schief gelaufen ist, daß sie eine solch lächerliche Geschichte glauben und davon eine Regelung ableiten konnten, die über Leben und Tod entscheidet.

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