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Fünfzehn populär eIrrtümer zum Islam „In der Anti-Islamhetze, die immer heftiger wird, werden enorme Mengen an Desinformation verbreitet. Angesichts des weltweiten Erstarkens rechtspopulistischer und faschistischer Strömungen schadet es vielleicht nicht, Ihnen einige Korrekturen für die dunklen Jahre mitzugeben.“

Das Paradies, nach K. al-Azama „O Herr, wem gehört diese Frau?” und Gott antwortet: „Rede sie an, mein Knecht, so wird sie dir antworten.” Der Freund Gottes spricht sie an und indem er dies tut, öffnet sie die Tür ihres Zeltes, tritt heraus zu dem Freund Gottes und sagt zu ihm: „Mein Schatz, wie konntest du mich vergessen? Weißt du nicht mehr wie ich mit dir Hunger, Durst und Nacktheit, Jammer und Missgeschick ausgehalten habe? […] Ich bin deine Frau, die dir in der irdischen Bleibe gehorcht hat.”

Rassismus im frühesten Islam? Der Fall Bilal

🇳🇱 Wenn es unter den alten Arabern und/oder den ersten Muslimen Rassismus gab, hat sich das vielleicht bemerkbar gemacht in den Texten über Bilāl ibn Rabāḥ al-Ḥabashī, den ersten muslimischen Muezzin, der eine schwarze Mutter hatte. Es bleibt allerdings fraglich, ob man über ihn und seine Zeit etwas erfahren kann, denn viele Texte über ihn wurden erst ein Jahrhundert nach ihm oder später verfasst und enthalten daher keine Informationen über möglichen Rassismus im frühesten Islam. Trotzdem möchte ich hier einige Texte über ihn anschauen.
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Bilāl wurde in Mekka als Sklave eines Mannes aus dem Stamm Djumaḥ geboren. Seine Mutter Ḥamāma war eine äthiopische Sklavin. Er wird also ein dunkle Haut und vielleicht krauses Haar gehabt haben.
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Der Wikipedia zufolge wurde er am 5. März 581 geboren und starb am 2. März 640; nun, wer es glaubt wird selig. Normalerweise weiß die Wiki viel weniger als es zu wissen gibt, aber manchmal auch mehr.
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Es wird erzählt, dass er ein Sklave von Umayya ibn Khalaf al-Djumaḥī war, einem Mitglied der vorislamischen Elite von Mekka, oder von jemand anderem aus demselben Stamm. Sobald der Name Umayya fällt, muss der Historiker besonders vorsichtig sein. Dieser Umayya ist der Vorfahr der Umayyaden-Dynastie (661–750) und die hatte eine schlechte Presse bei den späteren islamischen Historikern, so dass die Texte über sie stark manipuliert wurden.
Bilāl soll ein guter Sklave gewesen sein, weil uns mitgeteilt wird, dass er mit der Verwaltung der Schlüssel zu den Götzen betraut wurde
.1 Was genau das bedeutet, ist nicht klar, aber es klingt nach einer verantwortungsvollen und ehrenvollen Aufgabe. Also hier keine Spur von Rassismus: Ein schwarzer Sklave war offenbar in der Lage, diese wichtige Funktion zu übernehmen. Nach islamischen Regeln kann ein Sklave keine religiöse Funktion ausüben. Dieser Text will vielleicht an erster Stelle betonen, dass es in der vorislamischen Barbarei anders war.
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Aus heidnischer Sicht liefen die Dinge jedoch schief, weil Bilāl sich Mohammeds Bewegung anschloss. Traditionell ausgedrückt: Er wurde Muslim, einer der ersten. Der Islam wird oft als attraktiv für sozial Schwache und damit auch für Sklaven dargestellt. Als Umayya von seinem Übergang erfuhr, war er wütend und ließ ihn foltern:

  • Bilāl war als Sklave geboren worden und gehörte jemandem von der Sippe Djumaḥ. Sein Vater hieß Rabāḥ, seine Mutter Ḥamāma. Er war aufrichtig imn Glauben un drein im Herzen. Umayya, einer der führenden Männer der Djumaḥ, brachte Bilāl oft in der größten Mittagshitze hinaus in das breite Tal von Mekka, warf ihn auf den Rücken, ließ ihm einen mächtigen Stein auf die Brust legen und sprach:
    „Du bleibst so liegen bis du stirbst, wenn du nicht Mohammed abschwörst und nicht zu den Göttinnen Lāt und ‘Uzzā betet.”
    „Einer! Einer!“ rief Bilāl und bekannte sich trotz seiner Bedrängnis zum einzigen Gott.
    Von seinem Vater erzählte mir Hishām ibn ‘Urwa folgendes: Als Bilāl so gequält wurde und „Einer! Einer!“ rief, kam einmal Waraqa ibn Naufal vorüber, bestärkte Bilāl in seinem Glauben und trat dann auf Umayya und die anderen vom Stamme Djumaḥ zu, die sich an der Folterung Bilāls beteiligten.
    „Ich schwöre bei Gott,“ sprach er zu ihnen, „wenn ih ihn auf diese Weise umbringt, werde ich sein Grab zu einer Wallfahrtsstätte machen.“
    Auch Abū Bakr kam eines Tages dazu, als die Djumaḥ, in deren Viertel sein Haus stand, Bilāl peinigten. Er fragte Umayya:
    „Fürchtest du nicht Gott, dass er dich bestrafen wird für das, was du mit diesem Armen tust? Wie lange soll das noch gehen?“
    „Du warst es doch, der ihn verdorben hat,“ erwiderte Umayya, „nun befreie du ihn auch aus der Lage, in der du ihn jetzt siehst!“
    „Ja, ich werde es tun,“ entgegnete Abū Bakr, „ich habe einen schwarzen Sklaven, der kräftiger und stärker ist als er und deinem Glauben angehört. Den gebe ich dor für Bilāl.“
    Umayya war damit einverstanden. Abū Bakr aber nahm Bilāl und entließ ihn aus dem Sklavenstand.2

Eine vollständig islamisierte Märtyrergeschichte also. Aber wurde Bilāl gefoltert, weil er schwarz war? Keine Spur davon in der Überlieferung: Der einzige Grund war, dass er sich Mohammed angeschlossen hatte. Diesem Text zufolge wurde jedoch ein schwarzer Sklave gegen einen anderen schwarzen Sklaven ausgetauscht; für diesen Autor war es in der Tat eine separate Kategorie. Nach einer anderen Version wurde Bilāl gegen einen nicht näher bezeichneten Sklaven ausgetauscht, oder gegen eine Sklavenfamilie von drei Personen.
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Von nun an keine Sklavenarbeit mehr für Bilāl, aber was sollte er jetzt tun? Er hatte keinen Stamm, auf den er zurückgreifen konnte. Für eine Weile arbeitete er als Hirte für seinen Wohltäter Abū Bakr. Aber er hatte eine schöne, kraftvolle Stimme, und Mohammed ernannte ihn kurz nach der Hijra zu seinem Muezzin, dem Ausrufer der täglichen Gebete. Ein Hadith über Letzteres lautet wie folgt:

  • …von ‘Abdallāh ibn ‘Umar: Als die Muslime nach Medina kamen, kamen sie immer zusammen, um die Gebetszeiten zu bestimmen; zu dieser Zeit gab es noch keinen Aufruf. Eines Tages, als sie darüber sprachen, sagten einige: „Lasst uns Klapper benutzen, wie die Christen.“ Andere sagten: „Nein, ein Horn, genau wie die Juden.“ ‘Umar sagte:“ Warum schicken wir nicht einen Mann um zum Gebet auf zu rufen? „Dann sagte der Prophet: „Bilal, steh auf und rufe zum Gebet!“3
Bilal

Bilals Aufruf zum Gebet auf der Ka‘ba

Bei dieser Ernennung wurden keine rassistischen Kommentare gehört—wenigstens sind sie nicht überliefert worden. Es heißt jedoch, dass der Prophet bei der Eroberung von Mekka Bilāl anwies, vom Dach der Ka‘ba aus zum Gebet aufzurufen, und bei dieser Gelegenheit gab es durchaus rassistische Gehässigkeiten:

  • [Koranvers 49:13] wurde über Bilāl, den Muezzin—aber es wird auch gesagt: über Salmān de Pers—und über vier Quraischitische Männer offenbart, nämlich ‚Attāb ibn Asīd ibn abī al-‚Īṣ, al-Ḥārith ibn Hishām, Suhail ibn ‚Amr und Abū Sufyān ibn Ḥarb, alle aus der Quraisch. Nach der Eroberung von Mekka befahl der Prophet Bilāl, auf die Ka’ba zu steigen und dort zum Gebet aufzurufen. So wollte er die Heiden demütigen. Als Bilāl darauf geklettert war und den Anruf getätigt hatte, sagte ‘Attāb: „Lob sei Gott, dass er [meinen Vater] Asīd vor diesem Tag zu sich genommen hat.“ Und Ḥārith sagte: „Ich bin verwundert über diesen äthiopischen Sklaven. Konnte der Prophet nichts anderes als diesen schwarzen Raben[, diesen Unglücksvogel] finden?“ Suhail sagte: „Wenn Gott etwas hasst, ändert er es.“ Und Abū Sufyān sagte: „Ich werde gar nichts sagen, denn wenn ich etwas sage, wird der Himmel gegen mich aussagen und die Erde wird über mich berichten.“
    Dann stieg Gabriel zum Propheten hinab und erzählte ihm, was sie gesagt hatten. Der Prophet schickte nach ihnen und sagte: „Was hast du gesagt, ‘Attab? Du hast recht. Und du, Ḥārith? Du hast recht. Und du, Suhail? Du hast recht. Und du, Abū Sufyān? Du hast recht.“
    Darauf offenbarte Gott: „Ihr Menschen! Wir haben euch …“ usw., über Bilāl und diese vier Männer […]4

In Varianten dieser Geschichte tauchen auch folgende Ausdrücke auf: „Schau mal, diesen Äthiopier!“, „Dieser Schwarze“, „Dieser Sklave“ und „Der Sohn einer schwarzen Frau“. Hier ist Rassismus zu erkennen, wenn auch nur bei einigen Einwohnern des noch heidnischen Mekkas, die das neue Zeitalter noch nicht verstanden hatten. Dieser Vorfall soll der Anlass für die Offenbarung von Koran 49:13 gewesen sein—obwohl auch andere „Anlässe“ für diesen Vers gegeben werden:

  • „Ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr euch kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei Gott ist der Gottesfürchtigste.“5

Es ist gut möglich, dass die Geschichte über Bilāl auf der Ka’ba aufgrund dieses Korantexts erfunden wurde. In dem Fall ist sie wertlos für die Geschichtsschreibung, aber sie zeigt, dass die späteren Autoren sich rassistische Gedanken gut vorstellen konnten. Auf muslimischer Seite war jedoch kein Rassismus im Zusammenhang mit Bilāl zu erkennen. Wie könnte es auch? Der Mann genoss hohes Ansehen: Er war nicht nur Muezzin, sondern auch Adjudant und Schatzmeister des Propheten und nahm an allen seinen Feldzügen teil, und später in Syrien am Dschihad. Vielmehr war er der Anlass für die frühen Muslime, jeglichen Rassismus oder Stammes-Chauvinismus mittels der Kupplung mit einem Koranvers zu bekämpfen. Das war durchaus praktisch, weil es viele Schwarze und Ausländer gab, die, sobald sie Muslime geworden waren, Anspruch auf Gleichbehandlung hatten.
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In einer Version der Abschiedsrede des Propheten bei seiner letzten Pilgerreise wird es noch deutlicher zum Ausdruck gebracht:

  • „Menschen! Euer Herr ist ein Einziger und euer Vater ist ein Einziger. Ein Araber ist nicht besser als ein Nicht-Araber und ein Nicht-Araber ist nicht besser als  ein Araber. Ein Roter (aḥmar) steht nicht über einem Schwarzen, und ein Schwarzer steht nicht über einem Roten, es sei denn, in Gottesfurcht.“6

 
Nächste Themen:
Rassismus in der Antike
Der schwarze Dichter ‘Anṭara
Rassismus in der alten arabischen Poesie?
Rassismus in der späteren Poesie
Rassistische Theorien, u.a. von al-Djāḥiẓ

BIBLIOGRAFIE
– Ibn Isḥāq: Das Leben Muhammed’s nach Muhammed Ibn Ishâk bearbeitet von Abd el-Malik Ibn Hischâm, Hrsg. F. Wüstenfeld, Göttingen, 2 Bde., 1858–60 [editio princeps des arabischen Texts].
– Ibn Sa‘d, aṭ-Ṭabaqāt al-kubrā, Hrsg. Iḥsān ‘Abbās, 9 Bde., Beirut (Dār Ṣādir), o.J., vor allem iii 232–239.
– Muqātil ibn Sulaymān, Tafsīr, Hrsg. ‘Abdallāh Maḥmūd Shiḥāta, 5 Bde., Kairo 1979-89.
– Muslim ibn Ḥadjdjādj, Ṣaḥīḥ, Hrsg. Fu’ād ‘Abd al-Bāqī, 5 dln., Kairo 1955. Auch online.

ANMERKUNGEN
1. Eine vage Geschichte; muss noch eine solide Quelle finden.@
2. Ibn Isḥāq, 205: وكان بلال، مولى أبي بكر ر لبعض بني جمح، مولَّدا من مولديهم، وهو بلال بن رباح وكان اسم أمه حمامة وكان صادق الاسلام طاهر القلب. وكان أمية بن خلف بن وهب بن حذافة بن جمح يخرجه إذا حميت الظَهيرة فيطرحه على ظهره في بطحاء مكة، ثم يأمر بالصخرة عظيمة فتتوضع على ظهره ثم يقول: لا والله لا تزال هكذا حتى تموت، أو تكفر بمحمد وتعبد اللات والعزى، فيقول في ذلك البلاء: أَحَد أحد. قال ابن إسحاق: وحدثني هشام بن عروة عن أبيه، قال: كان ورقة بن نوفل يمر به وهو يعذَّب بذلك وهو يقول: أَحَد أحد. فيقول٬ أحد أحد والله يا بلال. ثم يقبل على أمية بن خلف ومن يصنع ذلك به من بني جمح فيقول: أحلف بالله لئن قتلتموه على هذا لأتخذنّه حنانا، حتى مر به أبو بكر الصديق ر يوما وهم يصنعون ذلك به، وكانت دار أبي بكر في بني جمح، فقال لأميّة بن خلف: ألا تتقى الله في هذا المسكين؟ حتى متى؟ قال: أنت الذي أفسدته فأنقِذْه مما ترى. فقال أبو بكر: أفعلُ، عندي غلام أسود أجلد منه وأقوى، على دينك، أُعطيكه به. قال: قد قبلت فقال: هو لك. فأعطاه أبو بكر الصديق ر غلامه ذلك وأخذه فأعتقه. Übersetzung Gernot Rotter, Ibn Isḥāq, das Leben des Propheten, Kandern, 4. Aufl. 2008, 64-5.
3. Muslim, Ṣaḥīḥ, Ṣalāt 1: حَدَّثَنَا إِسْحَاقُ بْنُ إِبْرَاهِيمَ الْحَنْظَلِيُّ، حَدَّثَنَا مُحَمَّدُ بْنُ بَكْرٍ، ح وَحَدَّثَنَا مُحَمَّدُ بْنُ رَافِعٍ، حَدَّثَنَا عَبْدُ الرَّزَّاقِ، قَالاَ أَخْبَرَنَا ابْنُ جُرَيْجٍ، ح وَحَدَّثَنِي هَارُونُ بْنُ عَبْدِ اللَّهِ، – وَاللَّفْظُ لَهُ – قَالَ حَدَّثَنَا حَجَّاجُ بْنُ مُحَمَّدٍ، قَالَ قَالَ ابْنُ جُرَيْجٍ أَخْبَرَنِي نَافِعٌ، مَوْلَى ابْنِ عُمَرَ عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ عُمَرَ، أَنَّهُ قَالَ كَانَ الْمُسْلِمُونَ حِينَ قَدِمُوا الْمَدِينَةَ يَجْتَمِعُونَ فَيَتَحَيَّنُونَ الصَّلَوَاتِ وَلَيْسَ يُنَادِي بِهَا أَحَدٌ فَتَكَلَّمُوا يَوْمًا فِي ذَلِكَ فَقَالَ بَعْضُهُمُ اتَّخِذُوا نَاقُوسًا مِثْلَ نَاقُوسِ النَّصَارَى وَقَالَ بَعْضُهُمْ قَرْنًا مِثْلَ قَرْنِ الْيَهُودِ فَقَالَ عُمَرُ أَوَلاَ تَبْعَثُونَ رَجُلاً يُنَادِي بِالصَّلاَةِ قَالَ رَسُولُ اللَّهِ ص يَا بِلاَلُ قُمْ فَنَادِ بِالصَّلاَةِ ‏
4. Muqātil ibn Sulaymān, Tafsīr iv, 96–7: نزلت في بلال المؤذن وقالوا في سلمان الفارسي وفي أربعة نفر من قريش، في عتاب بن أسيد بن أبي العيص، والحارث بن هشام، وسهيل بن عمرو، وأبي سفيان بن حرب، كلهم من قريش. وذلك أن النبي ص لما فتح مكة أمر بلالا فصعد ظهر الكعبة وأذّن، وأراد أن يذل المشركين بذلك. فلما صعد بلال وأذّن قال عتاب بن أسيد: الحمد لله الذي قبض أسيد قبل هذا اليوم. وقال الحارث بن هشام: عجبت لهذا العبد الحبشي أما وجد رسول الله ص الا هذا الغراب الأسود؟ وقال سهيل بن عمرو: إن يكرهْ الله شيئا يغيّره، وقال أبو سفيان: أما أنا فلا أقول، فإني لو قلت شيئا لتشهدنّ عليّ السماء وتخبر عني الأرض. فنرل جبريل على النبي ص فأحبره بقولهم فدعاهم النبي ص فقال: كيف قلت يا عتاب؟ قال قلت: الحمد لله الذي قبض أسيد قبل هذا اليوم. قال: صدقت. ثم قال للحارث بن هشام: كيف قلت؟ قال قلت: عجبت لهذا العبد الحبشي أما وجد رسول الله ص الا هذا الغراب الأسود؟ قال: صدقت. ثم قال لسهيل بن عمرو: كيف قلت؟ قال قلت: إن يكرهْ الله شيئا يغيّره. قال: صدقت. ثم قال لأبي سفيان: كيف قلت؟ قال قلت: أما أنا فلا أقول، فإني لو قلت شيئا لتشهدنّ عليّ السماء وتخبر عني الأرض. قال: صدقت. فأنرل الله ت فيهم {يا أيها الناس} يعني بلالا وهؤلاء الأربعة … الخ Ähnliche Texte in Ibn Sa‘d, Ṭabaqāt iii, 234-5:  أن رسول الله ص أمر بلالًا أن يؤذّن يوم الفتح على ظهر الكعبة، فأذّن على ظهرها والحارث بن هشام وصفوان بن أميّة قاعدان فقال أحدهما للآخر: أنظر الى هذا الحبشي، فقال الآخر: إنْ يكرهه الله يغيّره ; ‘Abd al-Razzāq al-Ṣan‘ānī, Muṣannaf 19464; Ibn abī Shayba, Muṣannaf xiv:487 (nicht gesehen); al-Ya‘qūbī, Historiae ii, 62.
5. Koran 49:13. In der heutigen arabischen Welt grassiert der Rassismus. Man hat den Koranvers offensichtlich vergessen.
6. Aḥmad ibn Ḥanbal, Musnad v, 411; nr. 22391 حدثنا إسماعيل، حدثنا سعيد الجريري، عن أبي نضرة، حدثني من، سمع خطبة، رسول الله ص في وسط أيام التشريق فقال يا أيها الناس ألا إن ربكم واحد وإن أباكم واحد ألا لا فضل لعربي على أعجمي ولا لعجمي على عربي ولا لأحمر على أسود ولا أسود على أحمر إلا بالتقوى. Die „Schwarzen“ in diesem Text sind die Araber, die „Roten“ die Perser, die eine etwas hellere Haut hatten.

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Rassismus in der alten arabischen Poesie?

🇳🇱 [Arbeitsblatt, noch nicht fertig]
Wenn die Griechen und Römer den Rassismus nicht erfunden haben, waren es dann vielleicht die alten Araber?
Die vorislamischen Araber lebten in Stammverbänden und führten häufig Krieg gegen benachbarte Stämme, die sie dann hassten oder verachteten. In ihren Gedichten wurde traditionell viel Platz für das Selbstwertgefühl und das Ausschimpfen anderer, als minderwertig betrachteten Stämme eingeräumt. Der Hass konnte jedoch nicht zu allzu tief sitzen. Manchmal entstand ja ein Bündnis mit einem feindlichen Stamm, oder ein kleiner Stamm wurde von einem größeren aufgeschluckt; dann waren negative Gefühle nicht mehr angemessen. Darüber hinaus waren die (ehemaligen) Feinde nicht wirklich verschieden; sie wurden nicht zu einer anderen Rasse gerechnet.

Sklaven wurden ebenfalls verachtet. Es wird Sklaven gegeben haben, die von weit her kamen, aber es gab auch Sklaven aus der unmittelbaren Umgebung, die daher genau so aussahen wie ihre Besitzer: Männer, die nach einer verlorenen Schlacht Kriegsgefangene wurden oder wegen ihrer (Spiel-) Schulden versklavt wurden. Solche Sklaven waren nicht „anders“. Eine zu tief verwurzelte Abneigung war auch hier nicht naheliegend, da fast jeder durch Gefangenschaft oder Verschuldung zum Sklaven werden konnte. Frauen wurden oft als Sexobjekte angesehen, aber es kam natürlich vor, dass ein Besitzer seine Sklavin lieb gewann und nicht verachtete. Auch einer Amme kann man Respekt und Liebe entgegengebracht haben.
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Wirklich anders waren die fremde Völker weiter weg. Die Perser wurden ‘adjam genannt: Menschen, die das Arabische nicht richtig aussprechen konnten. Es waren komische Typen mit seltsamen Manieren und merkwürdigen Kleidern, aber wurden sie wirklich als
eine andere Rasse wahrgenommen, im Sinne einer Gruppe mit abweichenden körperlichen Eigenschaften? Das ist sehr die Frage.
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Die Römer wurden manchmal durchaus nach einer körperlichen Eigenschaft benannt: Banū al-Aṣfar, „Gelbhäute, Bleichgesichter“.1
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In einem Hadith des Propheten, der auf das zweite Jahrhundert des Islams zurückgehen muss, werden körperliche Merkmale von Türken aus Zentralasien erwähnt: „Der jüngste Tag wird nicht kommen, bevor ihr nicht gegen Menschen mit kleinen Augen und kleinen Nasen gekämpft habt.“ 2
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Diejenigen, die die auffälligsten abweichenden körperlichen Eigenschaften aufweisen, die auch am häufigsten beschrieben wurden, sind die Schwarzen, aus Afrika und manchmal aus Indien. Ich werde mich hier auf die Afrikaner beschränken.
Schauen wir uns zuerst die alte Poesie an. Manfred Ullman hat alle Verse gesammelt, die sich auf Schwarze beziehen. Von einem großen Philologen und Lexikologen wie ihm kann angenommen werden, dass seine Sammlung von etwa sechshundert Fragmente
n3 fast vollständig ist. Einige alte Verszeilen sind vielleicht noch in der Concordance zu finden, das werde ich noch überprüfen.
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Folgende Körpermerkmale der Schwarzen werden erwähnt:

  • Schwarze Haut
  • Krauses Haar
  • Dicke Lippen
  • Eine flache Nase
  • Strahlend weiße Zähne,

wobei Letzteres keine Körpereigenschaft ist, sondern eine optische Täuschung. Zähne erscheinen weißer, wenn sie von schwarzer Haut umgeben sind.
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Ullmann hat nicht untersuchen wollen, welches Bild die alten Araber von Schwarzen hatten, sondern die Vergleiche in der Poesie studieren, in der nicht-schwarze Menschen, Tiere oder Dinge mit Schwarzen verglichen werden.
In etwas älterem Deutsch wurde das auch getan. Jemand, der schmutzige Arbeit geleistet hatte oder sonnverbrannt war, sah „schwarz wie ein Neger“ oder „wie ein Türke“ oder „braungebrannt wie ein Mohr“. Nicht nur Menschen konnten mit Schwarzen verglichen werden: „Seine Zukunft ist wie ein Neger: Sie sieht schwarz aus,“ und: „Mein Humor ist so schwarz wie ein Türke im Backofen”.
Aber die Araber haben diese Vergleiche auch in ihren Gedichten angestellt, und zwar in einem viel größeren Umfang als unsere Vorfahren. Auch bei ihnen werden schmutzige, verschmierte, geschwärzte oder sonnverbrannte Menschen mit echten Schwarzen verglichen, darüber hinaus aber Tiere, Körperteile, Pflanzen, Früchte, Mineralien, Werkzeuge, Kleidung, Weinschläuche, Schiffe, Schreibgeräte und Tinte, Mist und Kot, Flöten und Schachfiguren, die Nacht, das Meer, die Wolken und vieles mehr. Der Vergleichspunkt ist fast immer die dunkle Farbe; manchmal wird auch mit anderen körperlichen Merkmalen von Schwarzen verglichen. Einige Beispiele

  • „Die Dunkelheit der Nacht scheint ein schwarzer Neger mit gesenktem Haupt zu sein, der sich in ein Trauergewand gehüllt hat“. 4
  • „Und siehe da, mitten auf dem Wege kroch eilends eine Schwarze … Möge der Barmherzige ihn nicht segnen, diesen kriechenden Skorpion…”.5
  • „Weinstöcke, auf deren rebenbesetzten Zweigen man am Tage der Lese Köpfe von Abessiniern zu sehen glaubt.“ (tiefdunkle Trauben.)6
  • „Oben auf unserem Feuer sitzt eine gut gefüllte Abessinierin, [dick] wie der Bauch eines Elephanten, die lange [dort] verharrt.“ (Ein dicker, rauchschwarzer Kochtopf wird mit einer äthiopischen Frau verglichen.)7
  • „Den Rücken [des Mistkäfers] könnte man für die Hüfte eines Nubiers halten… .’ (Die schwarzen Rückenschilde eines Mistkäfers //die Schulterblätter eines schwarzen Mannes.8
  • „… bin ich an Bord von ihr, einer Negerin, gegangen …“ (gemeint ist ein schwarz geteertes Schiff auf dem Tigris).9

Es gibt auch doppelte und komplizierte Vergleiche, zum Beispiel, wo ein Dichter über seine beginnende Grauhaarigkeit spricht:

  • „Weiße und schwarze Haare auf dem Haupt: Zwei Völkerschaften, Byzantiner und Neger, haben sich auf meinem Haupt niedergelassen.
    Fortgeflogen von meinem Kopf ist der jugendliche Rabe, und statt dessen hat sich der „Königsvogel“ auf ihm eingenistet.
    Auf dem Hofplatz meines Kopfes haben sich somit zwei Farben ausgebreitet, so wie sich Schachfiguren auf einem Spielbrett verteilen.“10

Hier und in vielen anderen Stellen kontrastieren Schwarze mit weißen Römern, manchmal mit Türken, Chasaren oder Skythen.
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Und es gab umgekehrte Vergleiche. In einer relativ geringen Anzahl von Versen wird kein Gegenstand oder Tier mit einer schwarzen Person verglichen, sondern umgekehrt, zum Beispiel:

  • „Schwarz ist die Negerin wie ein junge Rappenstute von vollkommener Schönheit, die den sich erhebenden Staubwolken vorauseilt.“11

In den zitierten Versen und in den meisten anderen ist kein einziges Werturteil über Schwarze zu erkennen. Die Dichter wollten einen kunstvollen, gerne auch weit hergeholten Vergleich zwischen etwas Dunklem und der Hautfarbe eines Schwarzen anstellen; das ist alles. Moderne Menschen mögen dies seltsam finden, aber so war es in der alten Poesie, die auch in anderen Bereichen von Vergleichen wimmelt, die wir als weit hergeholt betrachten.
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In einer Reihe von Versen werden jedoch durchaus rassistische Aussagen über Schwarze gemacht, von denen einige recht grob und gemein sind. Zuerst habe ich untersucht, ob solche Aussagen in alten Versen oder in späteren vorkommen. Ich wollte ja wissen, ob der Rassismus von den alten Arabern herrührt, sagen wir von vor dem Jahr 700. Mit wissenschaftlicher Präzision bin nicht vorgegangen, aber ich konnte feststellen, dass die übergroße Mehrheit der rassistischen Aussagen nicht in der frühen, sondern in der spätere Poesie vorkommt. Das sagt nicht alles, denn in der späteren Zeit gab es ohne Zweifel auch mehr Schwarze und Dichter. Wie auch immer, hier folgen die wenigen Beispiele von negativen Beschreibungen von Schwarzen aus der ältesten Poesie:

Ḥassān ibn Thābit hatte als Dichter eine vorislamische Periode, aber nach seinem Übergang zum Islam befand er sich in unmittelbarer Nähe von Mohammed; man hat ihn sogar dessen Hofdichter genannt. Zwei unangenehm klingende Fragmente werden ihm zugeschrieben:

  • „Deine Mutter ist eine Schwarze mit kurzem Hals, deren Fingerspitzen Mistkäfern gleichen. Wenn dein, Vater ihr nachts beiwohnt, ist es, wie wenn ein Fuchs auf eine Katze losgeht.“12
  • „[Die Banū al-Ḥimās] sind Ham’s Kinder. Für sie findet man kein treffenderes Ebenbild als Ziegenböcke, deren Haar über die Schultern herabhängt.“13

Und Ibn Mufarrigh al-Ḥimyarī (gest. 688) dichtete:

  • „Geboren hat ihn eine Abessinierin mit abgeschnittenen Ohren, die man für eine Straußenhenne halten könnte, eine von den Frauen mit schwarzen Gesichtern, an denen man nur Hässlichkeit wahrnimmt.“14

Der etwas spätere Dichter Farazdaq (ca. 641–730) nennt einen Mann, den er ausschimpfen will, „der Sohn des Penis des Mistkäfers,“15 womit er meinte: Sohn eines Schwarzen, weil der Vergleich von Mistkäfern mit Schwarzen gängig war. Und das, obwohl der Adressat nicht einmal schwarz war; der Dichter wollte nur etwas Unangenehmes sagen. Ob der öfters vorkommende Vergleich von den dicken Lippen eines Schwarzen mit den Lefzen eines Kamels (mashāfir) ein negatives Werturteil ist, bleibt mir unklar.16
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Als Nächstes habe ich nachgeschaut, ob es bestimmte Gegenstände oder Tiere sind, bei denen negative Kommentare auftreten. In großen Zügen ist das in der Tat der Fall. Vergleiche mit Pflanzen und Blumen sowie mit schwarzen Kleidungsstücken und Steinen sind positiv, die mit Mist, Kot und Pech negativ. Auch bei Vergleichen mit Mistkäfern und Asseln gibt es viel rassistische Beschimpfungen, aber nicht nur. Es scheint naheliegend, dass man zum Beispiel bei einem Mistkäfer nur an Dreck denkt, aber notwendig ist das nicht. Im arabischen Wort khunfus klingt das negativ geladene „Mist“ nicht mit. Oben (bei Anmerkung 8) zitierte ich einen völlig neutralen Vergleich ohne negativen Klang, und das ist keineswegs der einzige.
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Was aber in der späteren Dichtung ebenfalls häufig vorkommt, ist die Wertschätzung und Bewunderung von der Farbe Schwarz und von Schwarzen, sicherlich auch als Liebespartner beiderlei Geschlechts. Schwarze Steine ​​sind schön, und schwarzes Haar ist immer schöner als weißes, das schließlich ein Zeichen des Alters ist. In mehreren Gedichten werden Dichter gegen Kritiker verteidigt, die sie anscheinend vorwarfen, mit Schwarzen zu verkehren
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Da der Großteil der Gehässigkeiten wie auch die positiven Aussagen in den etwas späteren Gedichten vorkommen, werde ich mich später damit befassen. Im Augenblick verbleibe ich bei der Feststellung, dass zwar einige rassistische Sprüche in der älteren arabischen Poesie vorkommen, aber nur ganz wenige.

Nächste Themen:
Rassismus in der Antike
Der schwarze Dichter ‘Anṭara
Rassismus im frühesten Islam? Der Fall Bilāl
Rassismus in der späteren Poesie
Rassistische Theorien, u.a. von al-Djāḥiẓ

ANMERKUNGEN
1. Ibn Isḥāq: Das Leben Muhammed’s nach Muhammed Ibn Ishâk bearbeitet von Abd el-Malik Ibn Hischâm, Hrsg. F. Wüstenfeld, Göttingen 1858–60, 894. Auch Ullman, Neger, No. 309. Aṣfar hört sich unangenehm an, wenn es auf Menschenhaut bezogen wird; es wird auch verwendet für die blasse Hautfarbe von Kranken und Toten.
2. Muslim, Ṣaḥīḥ, Fitan 64:
وحدثنا أبو بكر بن أبي شيبة حدثنا سفيان بن عيينة عن أبي الزناد عن .الأعرج عن أبي هريرة يبلغ به النبي صقال لا تقوم الساعة حتى تقاتلوا قوما نعالهم الشعر ولا تقوم الساعة حتى تقاتلوا قوما صغار الأعين ذلف الآنف.
3. Ullmann hat die Fragmente nummeriert bis 638, aber es gibt Dubletten.
4. Ullman, Neger, no. 390: كأنّ ظلام الليل أسود مُطرق من الزنج في لِبس الحِداد قد التفّا. Ullmann übersetzt ḥabashī mit „Abessinier“, aswad mit „Schwarze“ und zandjī mit „Neger“. Das passt hier, denn auch das arabische Wort zandjī hört sich abwertend an.
5. Ibid., Nr. 97: إذا على ظهر الطريق مُغِذة سوداء قد عرفت أوان دهابي | لا بارك الرحمن فيها عقربا دبّابة دبّب الى دبّاب . Im Arabischen ist der Skorpion feminin.
6. Ibid., Nr. 293: كَرْم تَخَال على قُضبان حُبلته يومَ القِطاف له هامات حُبشان
7. Ibid., Nr. 554: تُفَرِّعُ أعلى نارها حبشية ركود كجوف الفيل طال دُؤوبها
8. Ibid., Nr. 71: كأُرْبية النوبي يُحسب ظَهره
9. Ibid., Nr. 596: ركبتها زنجية
10. Ibid., Nr. 113: شعرات في الرأس بيض ودُعج جل رأسي جيلان روم وزنج | طار عن هامتي غراب شباب وعلاه مكانه شاهَمُرح | حل في صحن هامتي منه لونان كما حل رقعة شطرنج
11. Ibid., Nr. 103: سحماء كالمُهرة المطَهّمة الدهماءِ تنضو أوائلً الصيق
12. Ibid., Nr. 82: وأمك سوداء مودونة كأن أناملها الحُنظُب ، يبيت أبوك بها مُعْرسا كما ساور الهزةَ التغلب
13. Ibid., Nr. 107: أولاد حامٍ فلن تلقى لهم شبها إلا التيوس على أكتافها الشَعر
14. Ibid., Nr. 20: جاءت به حبشية سكّاء تحسبها نعامة، من نسوة سود الوجوه ترى عليهن الدمامة
15. Ibid., Nr. 74: با ابن الخنفساء، ابن زب الخنفساء
16. Ibid., Nr. 99, 208, 519, 579.

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The veil ban in Iran

Ceremony of the abolition of the veil, 1936

🇩🇪 🇳🇱 The tendency of authorities to interfere with women’s clothing is well known. Mostly they want to cover more of the female body, but sometimes it has to be less. Long before the burka and burkini bans in Western Europe, the Iranian Emperor Reza Shah decreed in 1936 that women should lay off their chador and dress in western style. And not only that, they also were supposed to socialise with men. At celebrations and public events, civil servants had to appear with their ladies in formal western dress to be a role model to others. This was supervised and penalties could be imposed. At parties, for example, women were not allowed to sit on one side and men on the other, and women should not just talk to their own husbands. In the streets, the police checked on female dress and did not hesitate to forcibly rob women of their chador. In those days, there were of course only male police officers. When women resorted to long dresses and headscarves, these were also banned.
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Modernist circles were pleased with the unveiling and in the North of Iran, which was influenced by Russia, it was easily accepted. For the conservative sections of the population, however, the implementation of the decree was a disaster. Women no longer dared to leave their houses, and if they did, they would be harassed by the neighbourhood boys. Apparently, nobody had thought of the consequences of the new regulations. In the south, some women fled to Iraq. Many others decided to stay completely at home; some committed suicide. But by then the houses had no bath, people went to public bathhouses and that was no longer possible. Always having a quick wash at home is not pleasant; moreover, taking a bath is often also a religious duty. The police knew the needs of the women and therefore patrolled the bathhouses, where they might catch a veiled woman. Reza Baraheni (1935—) recounted that his father used to carry his wife and his mother to the bathhouse in a sack. One day a policeman became suspicious and asked what those bags contained. Pistachios, he answered. The policeman wanted to check it and fingered the bag. The mother, who was ticklish, could not keep her laugh and her carrier was arrested. Baraheni is a writer, so the story could well be fiction — but it’s a nice motif.
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The mandatory parties were not really fun either, especially not on winter evenings. In the draughty, unheated halls, the women were cold in their sleeveless, décolleté dresses. Therefore, they sometimes wore a heavy winter coat over it. When a man did not want to bother his wife with all this, he might marry some other woman for the duration of the event, maybe a prostitute. A temporary marriage, even for a few hours, is a possibility offered by Iranian law—even today. In this way he could attend the party with a wife, while he left his real wife at home.
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Prostitutes were, by the way, the only women who were allowed to completely cover themselves, or they indeed had to. In this way the government tried to make people understand how despicable the veil was.
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The veil ban also led to diplomatic tensions with Great Britain, which defended the right of veiled ladies from British India to visit Iran.
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In 1941 Reza Shah resigned under British-Russian pressure and then everything returned to normal. Two years later, the veil was declared a matter of personal choice.

BIBLIOGRAPHY
H.E. Chehabi, ‘The banning of the veil and its consequences,’ in: Stephanie Cronin (Hg.), The making of modern Iran. State and society under Riza Shah, 1921–1941, London/New York 2003, 193–210.

Dhu as-Suwaiqatain: eine Ergänzung

Am Ende der Zeiten wird ein komisches Kerlchen aus Äthiopien die Ka‘ba vernichten. Es wird Dhū as-Suwaiqatain genannt und hat rote Beinchen, einen dicken Bauch und bedrohlich schillernde Augen. Vor sieben Jahren schrieb ich hier über diesen Menschen und verwunderte mich über sein Aussehen. Wo haben die Erzähler diese merkwürdige Erscheinung her?
Einige Klarheit gab mir jetzt die Lektüre von Manfred Ullmann, Der Neger in der Bildersprache der arabischen Dichter, Wiesbaden 1998. Ullmann hat Hunderte altarabische Verse gesammelt, in denen ein Ding, Tier oder Mensch mit einem Äthiopier oder einem anderem schwarzem Menschen verglichen wird. In 23 Gedichtfragmenten wird ein Vogelstrauß mit einem Äthiopier oder einem Inder verglichen (S. 30–44). Die gemeinsame Eigenschaft, auf der das Vergleichen beruht, ist meistens das Schwarz der Flügel und Deckfedern, aber es können auch die Beine sein.
Ullmann zitiert S. 30 ein Fragment des vorislamischen Dichters Ṣalā’a ibn ‘Amr, auch genannt al-Afwah al-Audī (gest. 570?). In seiner Übersetzung lautet es:

  • „Ein [Straußenhahn] mit rotgefärbten Beinen1 … Er gleicht einem schwarzen Abessinier mit dünnen Schenkeln, dem schwarze, unverständlich plappernde [Kinder] folgen, die Ringe in den Ohren haben.“2

Nach der Lektüre dieses Verses wird der Hadith von Hudhaifa ibn al-Yamān

  • „Es ist, als ob ich einen Äthiopier vor mir sähe, mit roten Beinen und bedrohlich schillernden Augen, mit einer platten Nase und einem dicken Bauch. Er hat seine Füße parallel auf die Ka‘ba gesetzt; er und einige Kumpane von ihm reißen sie Stein nach Stein ab und reichen einander die Steine weiter, die sie letztendlich ins Meer werfen.“3

um die Hälfte verständlicher: der Erzähler wollte wohl einen Äthiopier beschreiben, aber dann kam ihm der aus der Poesie bekannte Vergleich mit dem Vogelstrauß in den Sinn, schwarz und mit roten Beinen, der mit ihm durchging. Bei ihm wird nicht der Vogelstrauß mit einem Äthiopier verglichen, sondern umgekehrt.

Früher meinte ich das Dhū as-Suwaiqatain „der mit den kurzen Beinen“ bedeutete, aber es muss sich doch auf dünne Beine beziehen: sowohl Strauße als Äthiopier sind ja bekannt für ihre dünnen Beine. Der „dicke Bauch” ähnelt wohl dem dicken, dunklen Körper des Straußes, der mit seinen dünnen Beinen und Hals kontrastiert. Die schillernden Augen sind von einer anderen Endzeitfigur geliehen, dem daǧǧāl (± Antichrist), der sie auch hat.

So werde ich meinen Text zu Dhū as-Suwaiqatain neu schreiben müssen; das dürfte noch etwas dauern.

ANMERKUNGEN
1. Manche Straußarten bekommen während der Balz rote Beine.
2. خَاضِبٌ … كَالأسْوَدِ الحَبَشِيِّ الحَمْشِ يَتْبَعَهُ سُودٌ طَمَاطِمُ فِي آذَانِهَا
3.

كما ورد في حديث حذيفة مرفوعًا، كأني أنظر الى حبشي أحمر الساقين أزرق العينين أفطس الأنف كبير البطن وقد صف قدميه على الكعبة هو وأصحاب له ينقضونه حجرًا حجرًا يتداولونها حتى يطرحرها في البحر.

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Erzwungene Entkleidung in Iran

🇬🇧 🇳🇱 Die Neigung von Behörden, sich mit Frauenkleidung einzulassen, ist allgemein bekannt. Meist geht es darum, mehr vom weiblichen Körper zu bedecken, aber manchmal soll es auch weniger sein. Lange vor den Burka- und Burkiniregeln in Westeuropa dekretierte der iranische Kaiser Reza Schah 1936, dass Frauen ihren Tschador ablegen und sich westlich kleiden sollten. Und nicht nur das; sie sollten sich auch ungezwungen mit fremden Männern unterhalten. Bei Feiern und öffentlichen Veranstaltungen mussten Beamte mit ihren Damen in formeller westlicher Kleidung erscheinen um anderen ein Vorbild zu sein. Das wurde beaufsichtigt und bei Versäumnis konnten Sanktionen aufgelegt werden. Auf Festen durften Frauen nicht auf der einen und Männer auf der anderen Seite sitzen und Frauen sollten nicht nur mit ihren eigenen Ehemännern reden. Auf der Straße kontrollierte die Polizei und scheute nicht, Frauen gewaltsam ihres Tschadors zu rauben. Das waren natürlich männliche Polizeibeamte; weibliche gab es noch nicht. Als Frauen zu langen Kleidern und Kopftüchern griffen, wurden auch die verboten.
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Modernistische Kreise freuten sich über die Entschleierung und im Norden Irans, der von Russland beeinflusst wurde, wurde sie leicht akzeptiert. Für die konservativen Bevölkerungsschichten war die Umsetzung dieser Dekrete jedoch eine Katastrophe. Frauen wagten sich nicht mehr auf die Straße, und wenn sie es trotzdem taten, würden sie von den Jungen aus der Nachbarschaft beschimpft oder belästigt. Anscheinend hatte niemand an die Konsequenzen der neuen Regelungen gedacht. Im Süden flohen Frauen in den Irak, andere entschieden sich, ganz zu Hause zu bleiben. Aber damals hatten die Häuser kein Bad, die Menschen gingen zum öffentlichen Badehaus und das war jetzt nicht mehr möglich. Immer nur eine Katzenwäsche zu Hause ist nicht angenehm; außerdem ist Baden oft auch eine religiöse Pflicht. Die Polizei kannte die Bedürfnisse der Frauen und patrouillierte deshalb gerne bei den Badehäusern, wo sie vielleicht eine verschleierte Frau erwischen konnten. Der Schriftsteller Reza Baraheni (1935 —) erzählte, dass sein Vater seine Frau und seine Mutter in einem Sack zum Badehaus zu tragen pflegte. Eines Tages wurde ein Polizist misstrauisch und fragte, was in diesen Säcken stecke. Pistazien, antwortete er. Der Polizist wollte es überprüfen und griff in den Sack. Die Mutter war kitzlig, konnte ihr Lachen nicht halten und beide wurden bestraft. Baraheni ist Schriftsteller, also könnte die Geschichte sehr wohl Fiktion sein — aber es ist ein schönes Motiv.
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Auf den Festen war es auch nicht wirklich lustig. In den zugigen, ungeheizten Sälen froren die Frauen in ihren ärmellosen, dekolletierten Kleidern. Deshalb trugen sie darüber zum Beispiel einen schweren Wintermantel. Manchmal wollte ein Mann seiner Frau all dies nicht antun. Dann heiratete er für die Dauer der Veranstaltung eine Frau, der es alles egal war; vielleicht eine Prostituierte. Eine Ehe auf Zeit, auch für wenige Stunden, ist eine Möglichkeit, die das iranische Recht (noch immer) bietet. Auf diese Weise konnte er mit einer Gattin erscheinen, während seine eigentliche Frau zu Hause saß.
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Prostituierte waren übrigens die einzigen Frauen, die sich vollständig verhüllen durften, ja sogar mussten. So versuchte die Regierung den Menschen einzuprägen, wie verachtenswert der Schleier war.
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Das Schleierverbot führte auch zu diplomatischen Spannungen mit Großbritannien, das das Recht der Damen aus Britisch Indien verteidigte, Iran verschleiert zu besuchen.
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1941 trat Reza Schah unter britisch-russischem Druck zurück und alles wurde wieder normal.

BIBLIOGRAFIE
H.E. Chehabi, „The banning of the veil and its consequences,“ in: Stephanie Cronin (Hg.), The making of modern Iran. State and society under Riza Shah, 1921–1941, London/New York 2003, 193–210.

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The Orient

In 1931, the aviation pioneers Charles and Anne Lindbergh flew from Maine in in north-westerly direction over Canada, Alaska, and the Kurile Islands to reach the Orient, i.e. Japan and China. Anne wrote a book about it that became famous: North to the Orient (1935). For most European travellers, the Orient was Turkey, Syria, Palestine and Egypt. In academic circles the name has fallen into disuse. Nowadays that latter area is no longer called Orient, but Near East, Middle East, Islamic world, Islamic world, Islamicate world, le monde arabo-musulman, MENA (Middle East and North Africa) and the like. However, some googling shows that the name Orient still survives in popular use.
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The Orient seems to have been the part of the world that stretches from the Turkish border to Japan. Its southern borders are the Sahel and the Indian Ocean. In the Russian Empire, the Islamic territories belonged to the Orient; the Russian parts did not. Tibet is part of it; Mongolia is perhaps a case of doubt.
There always was something problematic about the name. To begin with, the Turkish border, which is apparently important for the definition, shifted quite a bit in recent centuries. Around 1800, modern Greece, Cyprus, Bosnia, Serbia, Montenegro, Albania, Macedonia, Bulgaria and parts of Romania still belonged to the Ottoman Empire and thus to the Orient. Nowadays they are in Europe and in part even belong to the European Union. And does modern Turkey belong to the Orient? On entering the country one has the strong feeling it does not. The true nature of the word Orient is already evident there: it is not a geographical concept, but rather a feeling.
Moreover, Orient has something to do with Islam: Israel is not Orient, is it? And with old and old-fashioned: Singapore, Hong Kong or Tokyo one can hardly call Orient. And with exotic: camels, turbans, water pipes, strange smells, music, and clothing; narrow alleys in old cities where a Westerner would never find his way without a guide; luxurious palaces where cruel despots rule at their whim of the moment, surrounded by harem slaves. The Orient is incomprehensible, or if you prefer: mysterious. In the 19th century, to the very prudish Europe the Orient was also sensuous and erotic. The mood changed in the 20th century: nowadays Europe considers the Islamic world as prudish and itself as sexually liberated.
Everyone fills in the Orient as he wants; the most important thing is: the Orient is different from ‘our’ world.

Just some random quotes:

“Oh, East is East, and West is West, and never the twain shall meet. (Rudyard Kipling)

“The average Oriental regards the European traveller as fair game, and feels justified in pressing upon him with a perpetual demand for bakshish (baḳshīsh), which simply means ‘a gift’.” (Karl Baedeker, Egypt and the Sûdân. Handbook for travellers, Leipzig/London/New York 1914).

“In the Orient, friendship is a rarity, and selflessness most of all.” (Karl Baedeker, Ägypten, 1928).

“Tea, like a steady, introverted and reserved hermit with charming temperament that inspires people like a spring breeze, originates from the mysterious orient five thousand years ago.”

“In the Orient, the stomach is the seat of the soul. That is why spices in Arabia have been beloved ingredients in fine cuisine and drinks for centuries.”

“Its political system was apparently seeped through with the kind of Oriental cruelty that was characteristic of the East – notably, the Ottoman and Chinese empires.”

“There’s a touch of smoky Oriental cruelty in Ms Marlohe’s eyes that reminds us of Eva Green in Casino Royale.”

“‘Monsoon’ Coffee Mug. Part of our ‘The Mysterious Orient’ collection, our mug depicts the sudden downpours that are the hallmark of the monsoon season …”

“The oriental ritual is deeply cleansing, detoxifying and pleasant for the body. The skin will become silky-smooth and muscular tensions are eased. The entire treatment is accompanied by the scents of Moroccan Atlas cedar, cinnamon and eucalyptus.”

The Orient, then, is apparently a large but vague area, about which all conceivable nonsense can be claimed.
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Sometimes the word only indicates a vague origin somewhere in the East. Many Chinese, Indonesian and Thai restaurants have something with Orient in their name, as do carpet shops. The Orient Express went to Constantinople, present-day Istanbul. Cookbooks and restaurants offer Oriental cuisine. Martial arts are usually called Asian and come from the Far East: Japan, China, Korea, Thailand, Indonesia. Those who are injured in practising them can take advantage of oriental medicine. Oriental or oriental art objects, furniture and lamps are widely available. Interestingly enough, in Arabic belly dance is called raqṣ sharqī, ‘oriental dance’: a case of a western designation adopted in the ‘Orient’. Oriental philosophy and wisdom have been at home in the area between Japan and India, with an offshoot to Gibran Kahlil Gibran (1883–1931, Lebanon/USA), who on his own spread a lot of oriental wisdom in his The Prophet and several other writings.
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What did the Europeans do with their Orient?
– Fight it, as long as there was a strong hostile force in the East: Arabs, Ottoman Turks.
– Forget and/or deny that almost everything worthwhile in European culture, the Bible and Christianity included, originated from there.
– Trade with it: on the Silk Road and by sea after the European discovery of the major shipping routes. East India Companies, Tea clippers.
– Conquering and controlling it, especially from ± 1800–1950.
– Fantasise and dream about it.

Further reading:
Orientalism and Oriental Studies: the concepts.
The sword of Islam.
Orientalising the Dutch East Indies, or: Pimp your princes. Dutch colonial rulers imitating Javanese princes.
Dreaming of the OrientOrientalist painting.

Orientalist painting

Before I continue to discuss Orientalism, I will quickly show you some pictures by orientalist painters, so that you get an impression. In the period from roughly 1830–1914, the East was supposed to be picturesque, colourful, exotic, beautiful, rich, and above all sensual. The fabrics were expensive, the architecture was impressive. The supposed arbitrariness and cruelty of Eastern despots is a favourite subject (Cormon, Regnault), as is the cruelty of slavery, although the painters show little concern for their fellow human beings; they rather enjoy the sight of a nearly naked woman or boy. Poverty or misery is hardly ever a subject matter.
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For many a painter an oriental scene was the pretext for portraying nudity, as representations from the Bible or Antiquity had been in the past. The sensuousness of the Islamic world, the bathhouses and the harems appealed to the imagination in a Europe that by then was very prudish. Only a few knew about life in those harems, but at a time when European ladies were hidden under poke bonnets and crinolines and almost fainted in their tightly laced corsets, their husbands‘ imagination was stimulated by oriental fantasies.
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Orientalist painters did not have to travel to the Orient. Ingres spent his life between France and Italy. Lewis painted a very colourful Cairo, while that city actually consists of fifty shades of pale yellow and grey.
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The famous painting showing a dirty-looking slave trader who just reveals a new virgin is by Fabio Fabbi. The copy here below is poor, but if you want to see more oriental soft porn by him you may click here or you google: fabbi slave market. The man must have become rich by painting such trash.
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Orientalist painters did not have to have been to the Orient. Ingres never got further than Italy. Lewis paints a very colourful Cairo, although that city actually consists of fifty shades of pale yellow and gray.
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The work of Alma Tadema, who painted classical antiquity, is related to that of the Orientalists. When he dealt with ancient Egypt, he was also an orientalist.

Further reading:
The OrientOrientalism and Oriental Studies: the concepts.
The sword of Islam.
Orientalising the Dutch East Indies, or: Pimp your princes. Dutch colonial rulers imitating Javanese princes.
Dreaming of the Orient.