Die Franzosen und die Pest in Ägypten (1798)

1798 besetzten die Franzosen Ägypten, wo sie drei Jahre lang blieben. Ein lokaler Historiker, ‘Abd al-Raḥmān al-Djabartī (1753-1825), führte während der ersten Monate der Besatzung ein Tagebuch. Darin ist unter anderem über die Pest zu lesen. Die Franzosen hatten eine panische Angst vor der Pest, die sich ihrer Meinung nach durch Miasmen ausbreitete: verfaulte, feuchte Luft und die Ausdünstungen von Kranken und Leichen. Sie ergriffen drastische Maßnahmen, von denen eine die Quarantäne war. Die verfaulte Luft versuchten sie durch das Verbrennen von Kräutern und Weihrauch zu verbessern. Pestärzte trugen eine lange spitze Nase, an deren Ende Duftstoffe angebracht waren und liefen manchmal mit einer Art Räuchergefäß herum.
Die Mitteilung von Al-Djabartī darüber, wie die Franzosen mit ihren Toten umgingen, ist fake news. Die Franzosen waren Besatzer und wurden von den Ägyptern gehasst.
Drei nicht zusammenhängende Fragmente aus dem Tagebuch:

„Später wurde klar, dass dieser Bishli mehr als vierzig Tage zuvor mit der Korrespondenz des Wesirs an ‘Ali Bey […] angekommen war, aber die Franzosen hatten ihn mit den Passagieren auf dem Schiff in Alexandria isoliert, aus Angst, die Pest hätte sie infiziert. Nach vierzig Tagen ließen sie sie von Bord gehen und gaben ihnen die Erlaubnis zu reisen, nachdem sie stark unter der Haft und der Enge gelitten hatten, wie auch unter dem Rauch, mit denen sie im Laderaum, d.h. in dem Bauch des Schiffes, desinfiziert wurden. Dazu kamen noch die Verteuerung und so weiter.“
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„An diesem Tag sagten sie den Menschen, dass sie ihre Toten nicht mehr auf Friedhöfen in der Nähe von Wohnhäusern begraben sollten, wie zum Beispiel auf den Friedhöfen von al-Azbakīya und al-Ruway’ī, sondern nur auf weit entfernten Friedhöfen. Diejenigen, die kein Grab auf dem Friedhof hatten, sollten ihre Toten in den Gräbern der Mamluken bestatten. Und wenn sie jemanden beerdigten, sollten sie die Tiefe der Gräber vergrößern. Außerdem befahlen sie den Menschen, ihre Kleidung, Möbel und Bettwäsche mehrere Tage auf den Dächern aufzuhängen und ihre Häuser auszuräuchern, um den Fäulnisgeruch zu beseitigen. All dies, wie sie behaupteten, aus Angst vor dem Geruch und der Ansteckung durch die Pest. [Die Franzosen] glauben, die Fäulnis sei in den Tiefen der Erde gefangen.. Wenn der Winter einsetzt und die Tiefen der Erde durch die Nilflut, den Regen und die Feuchtigkeit kalt werden, kommt das, was in der Erde eingeschlossen ist, mit seinen Verwesungsdämpfen heraus und lässt die Luft verrotten, wodurch eine Epidemie und die Pest entstehen.
Was [die Franzosen] selbst betrifft, so ist es bei ihnen Brauch, ihre Toten nicht zu begraben, sondern sie wie Hunde- und Tierkadaver auf Müllhaufen oder ins Meer zu werfen. Überdies sagten sie, dass sie informiert werden sollten, wenn jemand krank wurde. Dann würden sie eine bevollmächtigte Person schicken, um ihn zu untersuchen und herauszufinden, ob er die Pest hat oder nicht.”
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„An diesem Tag wurde in den Marktstraßen bekannt gegeben, dass Kleidung und Hausrat zwei Wochen lang in der Sonne aufgehängt werden sollten, und man wies die Scheichs der verschiedenen Viertel, Wohnstraßen und …(qlqāt?) an, diese Aktivität zu kontrollieren und zu inspizieren. Die Behörden ernannten für jede Straße eine Frau und zwei Männer, die die Häuser betreten und inspizieren sollten. Die Frau ging nach oben und informierte die beiden Männern beim Hinuntergehen, dass man die Kleider in der Sonne ausgebreitet hatte. [Die Familie] gab ihnen dann einige Münzen. Sie gingen erst, nachdem sie die Bewohner ernsthaft gewarnt und ihnen mitgeteilt hatten, dass in einigen Tagen auch eine Gruppe von Franzosen kommen würde, um die Häuser zu inspizieren. All dies wurde getan, um den Geruch der Pest aus ihren Kleidern zu vertreiben. Zu diesem Zweck schrieben sie Proklamationen aus, die sie wie üblich an die Wände anklebten.“

ثم تبين ان هذا البشلي حضر من مدة نيف واربعين يوما وبيده مكاتبات من الوزير خطابا لعلي بيك قابجي باشا الذي كان معينا بطلب المال والخزينة وحجزوه الفرنج في المركب في سكندرية مع الركاب خوفا من تعلق الطاعون بهم. فلما مضي عليهم اربعون يوما اخرجوهم واذنوهم في السفر بعد ان قاسوا الشدة من الحبس والضيق وثم الدخان الذي يبخروهم به من داخل العنبر وهو بطن المركب وزيادة على ذلك الغلا وغيره.

وفيه نبّهوا على الناس بالمنع من دفن الموتى بالترب القريبه من المساكن كتربة الازبكية والرويعي ولا يدفنون الا بالقرافات البعيدة والذي ليس له تربه بالقرافه يدفن ميته في ترب المماليك وإذا دفنوا [يبالغوا] في تسفيل الحفر، وامروا ايضا بنشر الثياب والامتعة والفرش بالاسطحه عدة ايام وتبخير البيوت بالبخورات المذهبة للعفونه كل ذلك خوفا من رائحة الطاعون بزعمهم وعدوه ويقولون ان العفونة تستجن باغوار الارض فاذا دخل الشتا وبردت الاغوار بسريان النيل والامطار والرطوبات خرج ما كان مستجنا بالارض بالابخره الفاسده فيتعفن الهوا ويفسد ويحدث الوبا والطاعون، واما طريقتهم فانهم لا يدفنون موتاهم بل يرمونهم علي الكيمان مثل رمم الكلاب والبهايم او يلقونهم في البحر ومما قالوا ايضا: انه اذا مرض مريض يخبروهم عنه فيرسلون من جهتهم امينا للكشف عليه ان كان بالطاعون او لا ثم يرون رايهم فيه بعد ذلك.

وفي ذلك اليوم نودي في الاسواق بنشر الثياب والامتعة خمسة عشر يوما وقيدوا على مشايخ الاخطاط والحارات والقلقات بالفحص والتفتيش فعينوا لكل حارة امرأة ورجلين يدخلون البيوت للكشف عن ذلك فتطلع المرأة الى فوق وتنزل فتخبرهم بانهم ناشرين ثيابهم ويعطوهم بعض الدراهم ويذهبوا بعد ان يقرطوا على اصحاب الدار ويخبروهم ان بعد ايام ياتون جماعة الفرنج ويكشفوا ايضا، وكل ذلك حتى تذهب من الثياب رائحة الطاعون، وكتبوا يذلك مناشير ولصقوها بحيطان الاسواق على عادتهم في ذلك.

Quelle: Al-Jabartī’s Chronicle of the First Seven Months of the French Occupation of Egypt. Muḥarram – Rajab 1213|15 June – December 1798, (تاريخ مدة الفرنسيس بمصر), Hrsg. und Übers. S. Moreh, Leiden 1975, 75–6, 82, 91  ٤٩، ٥٥-٥٦ ٦٤-٦٥.

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