Ägyptische Prosaschriftsteller des 19. Jahrhunderts, Bibliografie

Für Studenten der Arabistik

Im 19. Jahrhundert gab es grob gesagt drei ägyptische Prosaschriftsteller, die man kennen sollte: al-Djabartī, Rifāʿa at-Tahtāwī und ‘Alī Bāshā Mubārak.

‘Abd al-Rahmān al-Djabartī (1753-1825)
war Historiker und Augenzeuge der französischen Besatzung Ägyptens (1798-1801). Die ersten Reaktionen eines Ägypters auf den „Westen“ überhaupt findet man in seinem:
Muddat al-Faransīs: Al-Jabartī’s Chronicle of the first seven Months of the French Occupation of Egypt etc., ed. and trsl. S. Moreh, Leiden 1975.
‘Adjā’ib al-āthār fī al-tarādjim wal-akhbār, läuft bis 1821, erstmals ersch. Būlāq 1297/1879-80. Engl. Übers.: Thomas Philipp & Moshe Perlmann, ʿAbd al-Rahmān al-Jabartīs History of Egypt etc., Stuttgart 1994; hervorragende Indices von Thomas Philipp & Guido Schwald, ibid. Die französische Übersetzung aus dem 19. Jahrhundert ist schlecht.

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Rifā‘a at-Tahtāwī (1801-73)
(in EI2 unter Rifā‘a) war 1826-30 als Studentenimām in Paris tätig und schrieb seine Eindrucke in diesem charmanten Werk nieder:
Takhlīs al-ibrīz fi talkhīs Bārīz, Būlāq 1834. Dt. Teilübersetzung: Karl Stowasser, Ein Muslim entdeckt Europa. Die Reise eines Ägypters im 19. Jahrhundert nach Paris, Leipzig/Weimar 1988.

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‘Alī Bāshā Mubārak (1823-92)
‘Alam al-Dīn, Alexandrien 1882, ein dickes Opus, in dem der Autor einiges von seinem Gedankengut niedergelegt hat. Mit gutem Willen könnte man es den zweitältesten Roman aus Ägypten nennen.1 Die Handlung ist aber sehr dünn. Vgl. R. Wielandt, Das Bild der Europäer in der modernen arabischen Erzähl- und Theaterliteratur, Beirut 1980, 48-72 et passim.
Al-Khitat al-tawfīqīya al-djadīda li-Misr al-qāhira wa-mudunihā wa-bilādihā al-qadīma al-shahīra, 20 Bde. Būlāq 1306, ein mehrbändiges geographisches Werk über Ägypten, das aber auch Biographien von vielen Ägyptern, eine autobiographische Skizze und etliches mehr enthält. Das recht unzugängliche Werk ist erschlossen worden in:
– Andrea Geyer, Von den Pharaonen zu den Khediven. Ägyptische Geschichte nach den Hitat des ‘Alī Mubārak, Frankfurt (Peter Lang) 1998 (Europäische Hochschulschriften. Reihe III. Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Bd. 775).

ANMERKUNG
1. Der älteste war wohl Fu’ād wa-Rifqa.

Diakritische Zeichen: ʿAbd al-Raḥmān al-Ǧabartī, ʿAǧāʾib al-āṯār fī al-tarāǧim wal-aḫbār, Rifāʿa aṭ-Ṭahṭāwī, Taḫlīṣ al-ibrīz fi talḫīṣ Bārīz, ʿAlī Bāšā Mubārak, Al-Ḫiṭaṭ al-tawfīqīya al-ǧadīda li-Miṣr al-qāhira wa-mudunihā wa-bilādihā al-qadīma al-šahīra

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