Handgeschriebenes Arabisch lernen

Studierende der Arabistik schreiben meistens die arabischen Buchstaben, indem sie ungeschickt die Druckbuchstaben aus ihrem Lehrbuch kopieren. Das Ergebnis sind meistens mühsam produzierte Krakelfüße, die sofort als das Werk eines Europäers durchschaut werden.

OrientalistenhandIm Arabischen gibt es eine schöne Schreibschrift namens  Ruq‘a, die etwas komplizierter ist als die Druckschrift Naskh.

Ruq‘a

Wenn man die gut lesen und schreiben kann, kommt man schneller voran, in der arabischen Welt wirkt man überzeugender und man kann auch die Notizen seiner Bekannten entziffern. Überdies ist die Vertrautheit mit der Schrift hilfreich beim Erwerb eines Wortbildes, was wiederum den Aufbau eines Wortschatzes erleichtert und die Lesefertigkeit fördert. Wenn das Arabischlernen Ihnen ernst ist, sollten Sie also die Ruq‘a-­Schrift lernen, die außer in Nordwestafrika überall gängig ist. Eigentlich brauchen Sie dazu einen Lehrer, aber solch einen Luxus gibt es wohl nicht mehr. Früher habe ich diese Schrift mit Studenten in vier Sitzungen durchgearbeitet. Zwischen den Sitzungen wurden dann Hausaufgaben gemacht. Sie können es aber auch selbst versuchen. Das Lehrbuch ist T.F. Mitchell, Writing Arabic. A Practical Introduction to Ruq‘a Script, Oxford 1953 oder später. Wegen der Urheberrechte kann ich es hier leider nicht als Scan anbieten. Wenn Sie mir eine Mail senden kann ich vielleicht helfen.

Wer älteres handgeschriebenes Arabisch lesen lernen möchte, zum Beispiel für den Umgang mit alten Dokumenten, kann das Übungsbuch benutzen, das ein anonym gebliebener Jesuit 1888 in Beirut veröffentlichte. Einige Kostproben stehen hier. Für die neueren Schreibschriften ist es auch noch nützlich, obwohl die allermodernsten arabischen Handschriften wie die europäischen auch völlig undiszipliniert und chaotisch geworden sind.

Diakritische Zeichen: nasḫ

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