Lehrbücher arabischer Dialekte

Für die gesprochenen (also nicht geschriebenen) arabischen Sprachen kenne ich nur zwei gute Lehrbücher.

    • Manfred Woidich, Ahlan wa Sahlan. Eine Einführung in die Kairoer Umgangssprache, Wiesbaden (Reichert), 2. Aufl. 2002.

oder dasselbe auf Englisch:

  • Manfred Woidich and Rabha Heinen-Nasr, Kullu Tamām. An Introduction to Egyptian Colloquial Arabic, Cairo (American University Press) 2004. (Mit CD-ROM)

Besorgniserregend ist, dass dieses gute, aber ungefähr zwanzig Jahre alte Buch anfängt zu veralten. Der Autor kann nichts dafür; es liegt am Ägyptischen, das sich schnell entwickelt. Kaum jemand sagt zum Beispiel noch حيكتب; normal ist heutzutage هيكتب. Trotzdem würde ich das Buch noch benutzen. Die an der American University in Cairo entwickelte Alternative finde ich weniger gut; auch weil dort alles in arabischer Schrift geschrieben wird; eine Schrift, die für die Dialekte nicht so gut geeignet ist.
Wenn Sie aus Brustad, Al Kitaab ohnehin Arabisch lernen, könnten Sie auch mal das dortige ägyptische Audiomaterial anhören. Und wenn Sie das neue Leipziger Lehrwerk benutzen haben Sie gleich die Wahl aus vier Dialekten: ET, SYR, IRQ, MA. Aber diese Werke sind keine Dialektlehrbücher.

Für das Syrisch-Arabische gibt es ein hervorragendes Lehrbuch mit Audiomaterial:

  • Mary-Jane Liddicoat, Richard Lennane and Dr Iman Abdul Rahim, Syrian Colloquial Arabic, a Functional Course (third edition) ISBN 978-0-646-49382-4.

Es ist tatsächlich ein Buch, wie aus der ISB-Nummer hervorgeht, aber man kann es aus dem Internet herunterladen. Nicht kostenlos, aber für einen freundlichen Preis. Sie bekommen sehr viele mp3-Dateien dazu. Das Werk ist auch für die gesprochene Sprache vom Libanon, von Jordanien und Palästina einsetzbar.

Wahrscheinlich gibt es auch gute Lehrbücher zu anderen arabischen Dialekten, aber die habe ich nie benutzt, und ich möchte hier nur Bücher erwähnen, die ich selbst kenne.

Selbststudium? Nur für stark motivierte, disziplinierte Menschen mit Sprachbegabung und -erfahrung geeignet. Syrisch ist für Deutsche leichter zu erlernen als Ägyptisch. Ein Mitbewohner als Informant kann hilfreich sein, aber der muss dann auch als solcher behandelt werden – und nicht als Autorität. Die meisten Menschen reden nämlich Unsinn, sobald sie über ihre Muttersprache reden. Aber er/sie hat natürlich schon den richtigen sound und den Wortschatz der Sprache, die Sie lernen möchten. Skrupellos ausbeuten also, die Informanten, und nicht auf ihre Theorie achten. Zur Grammatik hat das Lehrbuch Recht und nicht der Partner. Hoffentlich hält Ihre Beziehung das aus.

Siehe weiter hier:   Arabisch lernen

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