Encyclopaedia of Islam = EI

Die Encyclopaedia of Islam. New Edition, 11 Bde. + Suppl., Indices, Leiden 1960–2004; abgekürzt: EI2 ist eines der wichtigsten Nachschlagewerke für Arabisten, Islamwissenschaftler und Iranisten. Alle Themen zum Islam aus allen Jahrhunderten werden in der EI behandelt, wobei „Islam“ keinesfalls nur religiös aufzufassen ist. Es geht hier um die ganze Kultur der sog. „islamischen Welt“. Übrigens wird auch viel Vorislamisches angeboten. Der Untertitel des Werkes ist New Edition: es ist nämlich die 2. Ausgabe. Es gibt auch eine französischsprachige Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien auf Deutsch und Englisch von 1913–38. Die 3. Ausgabe (EI THREE) ist im Erscheinen begriffen, und zwar nur auf Englisch.
An deutschen Unis findet man immer noch Studenten, die die Urausgabe benutzen, weil sie eben auf Deutsch ist. Das ist faul und führt bei guten Dozenten zu Punktabzug! Allerdings ist hin und wieder ein alter Artikel noch brauchbar oder sogar ohne Änderungen in die 2. Ausgabe aufgenommen worden.

Die EI ist sehr teuer. Man kann sie aber kostenlos in Universitätsbibliotheken aufschlagen. Sowohl EI2als auch EI3findet man online. Auch dort ist sie sehr teuer; es sei denn, Sie haben Zutritt zu einem Uni- oder UB-Netzwerk, wo sie als Abo vorliegt; dann ist die Benutzung gratis.

Wie findet man einen Artikel in der EI2? Die Stichwörter sind auf Arabisch, in einer Transkription. Das richtige Stichwort sollte einem also erst mal einfallen. Hilfe gewähren Indexbände, in denen die Orts- und Personennamen und die Themen und Stichwörter auf Englisch und Französisch aufgelistet worden sind. Dort wird man auf die richtige Fundstelle verwiesen. Die Transkription in derEI2 ist nicht die deutsche, sondern eine englische. Z.B. gāhilīya findet man dort unter djāhiliyya; qur’ān unter ḳur’ān. (In der EIsieht es wieder etwas anders aus; dort wird es jāhiliyya und qur’ān sein.)

Welche Ausgabe ist besser, die Englische oder die Französische? Achten Sie darauf, was die (wahrscheinliche) Muttersprache des jeweiligen Autors ist! Ein Originaltext ist immer besser als ein übersetzter. Z.B. Albert Arazi, der viele französischsprachige Artikel zur klassisch-arabischen Literatur beigetragen hat, liest man am besten auf Französisch; Charles Pellat natürlich auch.

Welche Ausgabe ist besser, die gedruckte oder die elektronische? Die gedruckte, denn sie ist die ältere und deshalb die maßgebliche. Die elektronische enthält (noch?) ziemlich viele Scan-Fehler.

Wie zitiert man einen Artikel aus der Encyclopaedia of Islam? Es gibt Menschen, die gleich mit der Nennung des Artikels anfangen. Ich finde es richtiger und auch höflicher, erst den Autor zu nennen. Es sind Individuen, die darin geschrieben haben; sie tragen auch die Verantwortung für das Gesagte. Also z.B.: T. Fahd, „Djafr,“ in EI2. Das reicht eigentlich schon. Die Nennung des Bandes und der Seitenzahl erübrigt sich meist; der Leser ist ja in der Lage die alphabetisch geordneten Artikel selbst aufzuschlagen. Nur wenn man z.B. das Erscheinungsdatum — immerhin sind die frühesten Beiträge schon ziemlich alt — oder den Umfang eines Artikels betonen möchte, kann man Band- und Seitenzahl hinzufügen: N. Elisséeff, „Dimashḳ,“ in EI2, Bd. 2 (1965), S. 277–91. Bei der elektronischen Fassung wird bei jedem Artikel die Zitierweise vorgegeben. In der Bibliographie steht dann der vollständige Titel, wie am Anfang dieses Beitrags, mit Erwähnung des Kürzels.

Die EI hat ganz gute, aber auch mittelprächtige oder bereits veraltete Artikel. Für Orientalistenhasser ist sie ein beliebtes Hassobjekt, was wohl ein Indiz ihrer Qualität und Wichtigkeit ist. Die dritte Ausgabe ist weniger gediegen, „populärer“ als die zweite. Das sieht man öfter bei Enzyklopädien; auch die Britannica hatte ihren Höhepunkt bereits vor vielen Jahren.

Diakritische Zeichen: ǧāhilīya, qur’ān, ḳur’ān, Dimashḳ

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